19. 8. 2026

Fotografie half ihm aus der Depression. Jetzt fing er eine seltene Sonnenfinsternis ein

Eine Sonnenfinsternis gehört zu den eindrucksvollsten Naturphänomenen, aber auch zu jenen, die man keineswegs jeden Tag beobachten kann. Die genauen Bedingungen, unter denen Sonne, Mond und Erde in der richtigen Konstellation stehen, ergeben sich nur selten, und das Phänomen selbst ist zudem nur eine Sache von kurzen Augenblicken. Markus Bach aus dem sächsischen Zwönitz widmete der Vorbereitung auf seine erste fotografierte Sonnenfinsternis deshalb mehrere Wochen. Er fuhr durch das Erzgebirge, suchte nach einem Ort mit idealer Aussicht, testete seine Ausrüstung und beobachtete das Wetter. Schließlich entschied er sich für Ryžovna.

Markus erzählte darüber, wie er zum Fotografieren der Sonnenfinsternis kam, warum er mehrere Wochen durch das Erzgebirge tourte, welche Technik er verwendet und warum für ihn am Ende nicht die Fotos selbst das Wichtigste sind.

Wie sind Sie eigentlich dazu gekommen, Sonnenfinsternisse zu fotografieren? War das eher Zufall oder haben Sie sich schon länger für Astronomie und Fotografie interessiert?

Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für Naturphänomene, Astronomie und Fotografie. Seit 2009 als ich 6 Jahre alt war hatte ich eine Kamera und habe die Welt um mich herum Photographiert. Vor 10 Jahren habe ich zusammen mit meinen Vater ein Teleskop gekauft und angefangen den Himmel zu erkunden. Eine Sonnenfinsternis kombiniert alle dieser Interessen.

Was fasziniert Sie am meisten an der Fotografie einer Sonnenfinsternis? Ist es der eigentliche Moment der Finsternis, die Suche nach der richtigen Bildkomposition oder eher der gesamte Prozess von der Vorbereitung bis zum fertigen Foto?

Das faszinierende an einen besonderen Naturschauspiel wie einer Sonnenfinsternis ist die Seltenheit dieses Momentes. Es ist weniger die Qualität der finalen Fotos, sondern die Vorbereitung, den richtigen Ort finden, das Equipment vorher testen und Einstellungen überprüfen. Diese Fotos uns Videos sind dann eine schöne Erinnerung an diesen Prozess und ich kann sagen „ich habe es miterlebt“.

Was ist Ihrer Meinung nach das Schwierigste beim Fotografieren einer Sonnenfinsternis? Ist es schwieriger, die Kamera richtig einzustellen, den richtigen Moment zu erwischen oder mit den besonderen Lichtverhältnissen umzugehen?

Es war meine erste Sonnenfinsternis, welche ich photographiert habe. Das Schwierigste war, die Einstellungen der Kamera konstant so zu ändern, so dass die Sonne die richtige Helligkeit hat und noch Details zeigt. Die Wolken, welche zwischenzeitlich die Sonne leicht verdeckt haben machten dies schwieriger. 

Muss man sich auf das Fotografieren einer Sonnenfinsternis besonders vorbereiten? Wie lange im Voraus beginnen Sie beispielsweise mit der Planung und der Vorbereitung Ihrer Ausrüstung?

Man muss sich definitiv speziell vorbereiten. Meine Vorbereitung hat schon vor mehr als 5 Wochen begonnen. Sobald ich darauf aufmerksam geworden bin habe ich mir einen Passenden Sonnenfilter für mein Objektiv und mein Teleskop besorgt. Da diese Sonnenfinsternis kurz / bei Sonnenuntergang stattfand bin ich eine Woche davor an viele Orte gefahren und habe geschaut wie die Aussicht auf die untergehende Sonne ist. Ziegenberg (DE), Katzenstein (DE), Spiegelwald (DE), Horní Blatná, Klinovec, Plešivec, Ryžovna, nur um ein paar Orte zu nennen. Am Ende habe ich mich für Ryžovna entschieden. Da es für mich einfach ist, mein Auto dort abzustellen wo ich fotografiere, es ist auch in der nähe zu einer guten Tschechischen Freundin gewesen, sie konnte nur leider doch nicht kommen, und dieser Ort war nicht so überlaufen wie andere. Einen Tag vorher war ich mit meinen motorisierten Astro-Stativen an genau dieser Stelle und habe einen „Testlauf“ durchgeführt. Genauso muss man das Wetter überwachen. Zum Glück hatten wir nur minimale Wolken.

Wie schwierig ist es, die Technik zu bedienen, die Sie verwenden? Mussten Sie das Fotografieren von Sonnenfinsternissen lange lernen oder haben Sie sich vieles selbst Schritt für Schritt beigebracht?

Ist es schwierig? Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten. Das komplizierteste sind definitiv die Astro-Stative, diese sind für die Nacht ausgelegt. Diese müssen auf den Polarstern ausgerichtet werden. Tagsüber habe ich diese dann mit den Kompass auf dem Handy grob auf Norden ausgerichtet und solange leicht nachgestellt bis die Sonne richtig gezeigt wurde. Ich war selber überrascht wie gut diese Methode funktioniert hat. Auch wenn es meine erste Sonnenfinsternis war, ich konnte mein Wissen über diese Astro-Stative und Fotografie anwenden und ohne Probleme den Moment fotografieren. Eine Sonnenfinsternis ist nicht viel anders zu Fotografieren als ein Sonnenuntergang.

Wo haben Sie das Fotografieren gelernt? Haben Ihnen Kurse, Bücher, das Internet oder andere Fotografen geholfen, oder haben Sie vor allem durch eigene Erfahrungen und Versuche gelernt?

Fast alles was ich über Fotografie weiß, ist Erfahrung. Seitdem ich die Canon 700D von meinen Vater vor 6 Jahren übernommen habe, konnte ich durch Probieren viel lernen. Schaue ich in meine Fotoarchiv kann man langsam die Verbesserung sehen. Aber richtig gelernt habe ich es Nachdem mich meine Freundin ende 2024 verlassen hatte und ich durch Fotografie einen Ausweg aus den Depressionen gefunden hatte. Seit dem habe ich viel Zeit darin investiert und viel erlebt und gelernt. Ein kleiner, spezieller Teil meines Wissens kommt aus dem Internet, z.B Wie verhält sich ISO zum Dynamikbereich oder, wie wähle ich die richte ISO für Astrophotographie mit dem Teleskop.

Welche Ausrüstung verwenden Sie zum Fotografieren einer Sonnenfinsternis? Welche Kamera, welches Objektiv oder Teleskop und welches weitere Zubehör benötigen Sie?

Zum Fotografieren habe ich meine Canon R6 Mark II, Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM, Hoya PROND100000 Filter verwendet, dieser Aufbau war auf einen Bresser EXOS2 Astro-Stativ aufgebaut. Mein Teleskop war nicht Fotografisch verwendet. Ein 1977 Celestron C8 auf einen iOptron CEM40 Astro-Stativ. Aber grundlegend brauch man nur einen Sonnenfilter und eine Kamera um eine Sonnenfinsternis zu fotografieren.

Ist eine solche Ausrüstung teuer? Wie viel kostet ungefähr die Ausrüstung, mit der man wirklich hochwertige Fotos einer Sonnenfinsternis machen kann?

Meine Ausrüstung war definitiv Teuer. Kamera, Stativ, Filter, Objektiv und diverses Zubehör mehrere tausend Euro. Aber das ist auch Profi-Level Ausrüstung. Man benötigt nicht solch teure Ausrüstung, man kann schon mit unter 1000€ sehr gute Ergebnisse erzielen. Ich habe auch Handy-Fotos von bekannten gesehen, welche nicht viel schlechter als meine waren.

Verwenden Sie beim Fotografieren spezielle Filter oder andere Schutzvorrichtungen? Und warum sind diese beim Fotografieren der Sonne so wichtig?

Genauso wie man als Mensch selber eine passende Brille benötigt ist ein Sonnenfilter / ND5.0 filter absolut notwendig für die Kamera. Dieser ist unter normalen Licht fast komplett schwarz. Ohne diesen Filter wird die Kamera und Objektiv durch die Hitze und Helligkeit beschädigt. Mit Filter ist das licht dunkel genug um Details auf der Sonne wie Sonnenflecken zu sehen.

Ist es schwieriger, die Sonnenfinsternis überhaupt zu fotografieren, oder das Foto anschließend richtig zu bearbeiten? Wie viel Arbeit investieren Sie normalerweise in die Nachbearbeitung?

Das Fotografieren ist nur die Hälfte der Arbeit. Die Nachbearbeitung kann oft auch länger dauern. Ich habe mindestens 4h in Nachbearbeitung investiert. Dazu gehört: Bilder durchschauen, sortieren, aussuchen welche Bilder ich weiter bearbeite, diese bearbeiten und exportieren. Bei dieser Sonnenfinsternis war es noch etwas anders. 224 einzelne Bilder musste ich ausrichten, sodass dies Sonne etwa mittig ist und dann diese zu einen Zeitraffer-Video zusammenfügen.

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